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Newsletter #09
4. September 2008 zurück zur Übersicht
medienwoche@IFA (29.08.–05.09.08)
Kongress. Messe. Events Kongress
- Content 2.0: Bewegtbild regiert das Netz
- Content 2.0: „Blogs + Communities + Mobile = Audience + Revenues“
- Spot & Co.: Neue Finanzierungsquellen für den privaten Rundfunk
- Publizistische Vielfalt: Die digitale Zukunft des lokalen Fernsehens
- Zurück in die Zukunft: 10 Jahre Erich Pommer Institut
- Berlin Interactive 2: Trends und Erlösmodelle in der digitalen Welt IFA Events und weitere Termine Partner der Medienwoche 2008 Jetzt online: medien.barometer berlinbrandenburg
medienwoche@IFA (29.08.–05.09.08)
Kongress. Messe. Events Kongress
(01.-03.09.2008, ICC Berlin) Content 2.0: Bewegtbild regiert das Netz
Mit Jeremy Allaire, Joel Berger, Marcus Riecke, Evan Cohen, Stephan Borg, Andreas Wildfang. Moderation: Max Hofmann
Auf der Content 2.0-Strecke präsentierten am Mittwochvormittag sechs der erfolgreichsten Web 2.0-Unternehmen. Zum Einstieg beschrieb Arndt Groth (Bundesverband Digitale Wirtschaft), wohin sich das World Wide Web innerhalb von 15 Jahren entwickelt hat. Deutlichster Trend: Bewegtbild regiert im Netz. Ganz in diesem Sinn bietet Brightcove, die Firma von Keynoter Jeremy Allaire, Lösungen für die Integration von Videos in Websites. Am Beispiel der deutschen Firma OMS (Online Marketing Service) zeigte Allaire, wie auch nicht-audiovisuelle Medien zunehmend Videos in ihre Onlline-Auftritte einbinden. Joel Berger (Fox Interactive Media) präsentierte das zu 100 Prozent werbefinanzierte Online-Portal MySpace als Plattform für jede Art von Entertainment, studiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke stellte die kleine Schwester schülerVZ für die 12 bis 19-Jährigen vor. Die Kommunikationsplattform der jungen Leute im englischsprachigen Raum heißt Bebo. Evan Cohen zeigte populäre Webisodes, drei- bis vierminütige Filme, die die User mitgestalten und die u.a. durch elegant einbebautes Product Placement finanziert werden. Für die Verschmelzung von TV und Web sorgt das Social-Gaming-Network GIGA, vorgestellt von Stephan Borg. Und mit realeyz.tv zeigte zum Abschluss des Vormittags Andreas Wildfang seine Vorstellung der ersten und bislang einzigen Plattform für VOD jenseits des Mainstream. Content 2.0: „Blogs + Communities + Mobile = Audience + Revenues“
Mindestens so dynamisch entwickelt sich der Markt für mobile Anwendungen und Geräte, das zeigten die Präsentationen am Nachmittag. Mobile Search werde den PC für einen Großteil der Anwendungen schon bald ablösen, so Keynoter Marco Börries, der u.a. den Yahoo-Dienst OneSearch vorstellte. Börries ist Executive Vice President Connected Life Division Yahoo!, der seiner Entwicklung der Office-Alternative StarOffice in den 90er Jahren den Ruf des deutschen Steve Jobs verdankt. Maks Giordano, der die strategische Produktentwicklung und Innovation bei SevenOne Intermedia verantwortet, zeigte die neuesten Formate für den sogenannten „dritten Bildschirm“ nach TV und PC. Dazu gehören neben Endzeitthrillern und interaktiven Stories von bis zu 130 Minuten Länge auch per Handy produzierte Webisodes wie die von Jungstar Jenniffer Kae. Einer der international führenden Anbieter für mobile Inhalte ist Jamba. COO Kaj Hagros stellte Mobile Entertainment 2.0, mobiles Entertainment der nächsten Generation, vor, und das heißt im Wesentlichen: Dialog, Interaktion und cross media experience. Auch Blogs machen mobil, das versprach Olivier Creiche von Six Apart, einem der weltweit führenden Anbieter von Weblog-Applikationen und -Diensten. „Blogs + Communities + Mobile = Audience + Revenues“, so Creiches Formel für die Zukunft. Stuart Collingwood, Vice President EMEA, Sling Media, präsentierte mit der Sling Box schließlich die Lösung für zeit- und ortsunabhängiges Fernsehen. Spot & Co. – Neue Finanzierungsquellen für den privaten Rundfunk
Mit Prof. Dr. Norbert Schneider, Jörg Tesch, Florian Ruckert, Ralf Maltzen, Prof. Dr. Helmut Volpers, Annette Kümmel, Prof. Dr. Karl-E. Hain, Stephan Leitgeb; Moderation: Cathrin Hegner
Wenn die Werberichtlinien nicht liberalisiert werden, ist das werbefinanzierte Fernsehen mittelfristig am Ende, so das Fazit der konstruktiven Debatte „Spot & Co“ am Vormittag. Gefahr droht u.a. durch die angestrebten Werberestriktionen etwa bei der Alkohol- oder Autowerbung, die einen Verlust von über 400 Mio. Euro in den Werbeinnahmen bedeuten. Und noch ist Florian Ruckert von IP Deutschland zufolge Fernsehen das Leitmedium - mit 44,1 Prozent aller Werbeträgerkontakte. Das Internet liege bei 6,9 Prozent. „Ich sehe in absehbarer Zeit keine Dynamik, die hier eine dramatische Änderung herbei führen könnte“, so Ruckert. Dies heißt zugleich, dass den Sendern vorerst kaum alternative Einkommensmöglichkeiten bleiben, auch wenn Annette Kümmel von der ProSiebenSat1 Media AG für den Konzern betonte, es würden so viele Geschäftsfelder wie möglich für die Wertschöpfung miteinander verbunden. Ebenfalls auf der Agenda der Veranstaltung stand der Umgang mit der schleichenden Vermischung von Werbung und Programm, die Norbert Schneider ausgemacht hat. Dr. Karl-E. Hain, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, Medienrecht und Rechtstheorie an der Universität Mainz, forderte, auf dem Trennungsgebot von Werbung und Programm zu beharren. Auch für Prof. Dr. Helmut Volpers vom Institut für Medienforschung sind Formate wie „Germany’s next Top Model“ bereits jetzt eine Dauerwerbesendung. Trotz allem aber sieht die Mehrheit der Teilnehmer positiv in die Zukunft, die ihrer Ansicht nach sowohl die Liberalisierung als auch das Product Placement bringen wird. Publizistische Vielfalt. Die digitale Zukunft des lokalen Fernsehens
Im Spannungsfeld zwischen verfassungsrechtlich gebotener Staatsferne beim Rundfunk und der Notwenigkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, stand die Diskussion zur Zukunft des lokalen Fernsehens in Ostdeutschland am Mittwochvormittag. Rund 150 lokale und regionale Fernsehsender tragen in dieser Region zur publizistischen Vielfalt bei und sind ein unersetzbarer Bestandteil auch einer digitalen Medienlandschaft, so ein Ergebnis der ersten gemeinsamen Studie der fünf Medienanstalten Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin-Brandenburg, die unter der Überschrift „Gegenwart und Zukunft des lokalen und regionalen Fernsehens in Ostdeutschland“ von Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts und Prof. Dr. Wolfgang Seufert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf dem Medienkongress vorgestellt worden ist. So wurde basierend auf Erfahrungen der Schweiz und anderer Länder in der Studie empfohlen, durch eine Beauftragung für Public Services auch lokale private Veranstalter mit Rundfunkgebühren zu fördern. Ein Vorschlag, der auf dem Kongress von Clemes Appel, Chef der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Thomas Böhm, Geschäftsführer TV Rostock, Dr. Martin Dumermuth, Präsident der Bundesanstalt für Kommunikation der Schweiz, BAKOM und Dr. Uwe Hornauer, Direktor der Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern kontrovers debattiert worden ist. Zurück in die Zukunft: 10 Jahre Erich Pommer Institut
Bei dem gut besuchten Symposium anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Erich Pommer Instituts diskutierten hochkarätige Experten aus der Medienbranche brisante und aktuelle Themen. Bob Pisano (President Motion Picture Association of America) ging in seiner Keynote „The Internet Getting to Yes“ auf das schwierige Verhältnis von Produzenten zu Internet-Service-Providern ein. Er forderte dazu auf, die Anbieter von Internetdienstleistungen zu verpflichten, die Rechte von Produzenten in ihren Netzwerken zu schützen. Zudem erwähnte er, dass andere europäische Länder Deutschland in dieser Thematik voraus seien und stellte zum Schluss die Frage, ob sich Deutschland an der Debatte beteiligen werde und vielleicht sogar Impulse für eine europäische Lösung geben könne. Weitere entscheidende Vorträge hielten u.a. Larry Bass (CEO Screentime) zum Thema „The Format Academy for Entertainment Television / The ENTERTAINMENT MASTER CLASS“ und Sytze van der Laan (Geschäftsführer Studio Hamburg) zum Thema „Do it digitally - Neue Berufsbilder in der Filmproduktion“. Berlin Interactive 2: Trends und Erlösmodelle in der digitalen Welt
Mit Fabio Bacigalupo, Stefan Bielau, Andreas Gebhard, Dirk Krischenowski und Henri Kühnert. Moderation: Lars Gurow
Um aktuelle Internettrends aus der Hauptstadtregion ging es beim Round-Table-Gespräch in Kooperation mit dotBERLIN. Nach der Begrüßung durch media.net-GF Andrea Peters zeichnete Moderator Lars Gurow, Pressesprecher der STRATO AG, den Hintergrund des Konvergenztrends, der von der hohen Verbreitung von Breitbandanschlüssen, Flatrates und der Dominanz des Internetprotokolls bestimmt wird. Anschließend wurde das Zusammenspiel von Medien- und Internetwirtschaft diskutiert: Henri Kühnert, Gründer und GF von TIC-mobile, stellte fest, dass Kooperationsmodelle mit neuen Gatekeepern wie den Mobilfunknetzbetreibern und den Geräteherstellern für Medienunternehmen noch schwierig herzustellen seien. Da sich gerade die jüngere Zielgruppe der Digital Natives im Netz nichts vormachen lasse, sei es für die Inhalte-Anbieter entscheidend, entsprechende Fähigkeiten zu integrieren, so Andreas Gebhard, Gründer und GF von newthinking communications. dotBERLIN-GF Dirk Krischenowski verwies auf aktuelle Studien, die eine hohe Nachfrage gerade in der jüngeren Generation nach Identität stiftenden Angeboten belegten. Stefan Bielau, GF von dailyme.tv, sieht in Diensten, die der effizienten Nutzung knapper Zeitbudgets dienen, Möglichkeiten, der verbreiteten Kostenlos-Kultur zu begegnen. Nach Auffassung von Fabio Bacigalupo, Gründer von podcast.de, sind Erlösmodelle wie digital goods, die E-Commerce-Angebote in Communities oder Marktforschungsdienste integrieren, gut dazu geeignet, mit Contentangeboten Geld zu verdienen.
IFA Riesenerfolg für Industrie, Handel und Besucher: IFA 2008 hat die Erwartungen übertroffen
Bis zum gestrigen Mittwochvormittag hatten rund 220.000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland die IFA 2008 besucht. Mit einem Ordervolumen von über 3 Milliarden Euro übertraf die diesjährige Ausgabe zudem alle Erwartungen von Handel und Industrie. Zuwächse von mehr als zehn Prozent bei Ausstellern, rund zehn Prozent mehr Ordervolumen und 24 Prozent mehr registrierte Fachhändler bestätigen den erfolgreichen Abschluss der weltweiten Leitmesse für Consumer Electronics und Home Appliances. Die Internationalität der diesjährigen IFA erreichte mit 1.245 Ausstellern aus 63 Ländern ein neues Rekordniveau. Der Anteil ausländischer Aussteller betrug 66 Prozent. Die Fachbesucher kamen aus 126 (2007: 93) Ländern, jeder dritte Fachbesucher kam aus dem Ausland. Auch die Medienpräsenz ist internationaler und repräsentativer als je zuvor. 6.560 Journalisten aus 67 Ländern (2007: 6.664 Journalisten aus 56 Ländern) besuchten die IFA 2008 in Berlin.
Weitere Termine und Events
Nur auf gesonderte Einladung/Anmeldung Do, 04.09.08, Rose d’Or Empfang, Berlin
Do, 04.09.08, Grimme trifft die Branche, Deutsche Kinemathek, Berlin
Do, 04.09.08, Deutscher Kulturförderpreis, Haus der Deutschen Wirtschaft
Fr, 05.09.08, Berliner Union-Film & Partner-Sommerfest "Am Strand von Oberland", Berlin
Fr, 05.09.08, Corporate Cultural Responsibility, Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin
Fr, 05.09.08, M100 Sanssouci Medienpreis, Potsdam
Sa, 06.09.08, Geburtstagsempfang 50 Jahre rbb Abendschau, Radialsystem V, Berlin
Partner der Medienwoche 2008 Audi, Olswang, Commerzbank, ILB und IBB, GSPWM, dmax, Postbank, Kabel Deutschland, HDI-Gerling, EPI, N24 und Grimme, Unverzagt - von Have Rechtsanwälte, beBerlin, BVDW, media.net, UFA, CNN, Bloomberg, Tribax, Kodak, Timm, news aktuell, Blickpunkt:Film, C21 Medianet/Future Mag, Berliner Journalisten.
Jetzt online: medien.barometer berlinbrandenburg mit Standortvergleich Bereits zum siebten Mal erheben media.net und Medienboard Einschätzungen zu Markt, Region und Unternehmen. Das Thema der aktuellen Befragung ist der Medien- und Kreativstandort Berlin-Brandenburg im Vergleich zu anderen deutschen Medienregionen. Unterstützen auch Sie die Relevanz des medien.barometer.2008, indem Sie an der Befragung teilnehmen. Die Beantwortung beansprucht nur wenige Minuten Ihrer Zeit. Alle Angaben sind selbstverständlich anonym. Hier geht's zur Teilnahme. Die Ergebnisse sind Anfang November 2008 unter www.medianet-bb.de und www.medienboard.de abrufbar.
Haben Sie Fragen und Anregungen zum Newsletter? Das Team der Medienwoche freut sich über Ihr Feedback! Der dreitägige Medienkongress von Medienboard und Medienanstalt Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit den Ländern Berlin und Brandenburg findet in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) statt. Veranstalter der IFA ist die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), organisiert von der Messe Berlin GmbH. Das M100 Sanssouci Colloquium ist eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Potsdam und des Institute for Strategic Dialogue, London in Kooperation mit dem Verein Potsdam Media International e.V. Newsletter-Redaktion: Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, +49 (0) 331-743 87 71, presse@medienwoche. RSS FEED: Medienboard_Aktuell / Medienwoche_Aktuell Diesen Newsletter haben Sie erhalten, weil Ihre E-Mailadresse in unsere Mailingliste eingetragen wurde. Falls dies ohne Ihr Einverständnis erfolgt ist oder wenn Sie den Newsletter abbestellen möchten, klicken Sie bitte auf folgenden Link:
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